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Wenn das Denkmal plötzlich mitredet: Ein Schornböck Atelier-Projekt unter der Lupe

Ein denkmalgeschütztes Bürgerhaus, ein unerwarteter Wandfund und 18 Monate Sanierung: Wir haben einen konkreten Fall dokumentiert – mit Zahlen, Hindernissen und Ergebnissen.

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Es beginnt selten mit einem großen Knall. Meist beginnt es mit einer Feuchtigkeitsstelle an einer Decke, einem knarrenden Dielenboden oder einem Fenster, das nicht mehr schließt. So auch in diesem Fall, den uns eine Leserin aus einer Kleinstadt im Süden Deutschlands schilderte. Ihr gehörte ein denkmalgeschütztes Bürgerhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert, das sie gemeinsam mit ihrem Bruder geerbt hatte. Die beiden standen vor einer Entscheidung, die viele Kommunen und private Eigentümer kennen: Sanieren mit Blick auf die Denkmalpflege oder abwarten, bis die Substanz endgültig nachgibt? Wir haben den Verlauf über achtzehn Monate verfolgt und protokolliert, welche Hürden auftraten, welche Entscheidungen wann fielen und was am Ende messbar herauskam.

Der Ausgangspunkt: ein Gutachten, drei Meinungen

Im März des ersten Jahres beauftragte die Eigentümergemeinschaft ein bauhistorisches Gutachten. Ergebnis: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, die historische Schreinerei im Erdgeschoss – Fenster, Türen, Wandvertäfelung – war zu etwa 70 Prozent erhalten, aber stark geschädigt. Die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde verlangte eine Restauration Baudenkmäler nach denkmalpflegerischen Grundsätzen. Ein erstes Angebot eines regionalen Bauunternehmens sah vor, die Fenster komplett durch moderne Nachbauten zu ersetzen. Das hätte die Förderfähigkeit gefährdet, denn viele Denkmalprogramme setzen den Erhalt der Originalsubstanz voraus. Ein zweites Angebot kam von einem Tischlerbetrieb, der jedoch keine Erfahrung mit Parkett Restauration und historischen Beschlägen vorweisen konnte. Die dritte Option war das Schornböck Atelier, das auf die Restaurierung und den handwerklichen Nachbau von Perioden-Schreinerei, Parkett und Einbauschränken für denkmalgeschützte Innenräume in der DACH-Region spezialisiert ist.

Die Entscheidung: Zeit, Geld und ein unerwarteter Fund

Die Eigentümer entschieden sich im Juni für eine Aufteilung: statische Ertüchtigung durch ein Ingenieurbüro, die gesamte historische Innenausstattung durch das Schornböck Atelier. Der Zeitplan war ambitioniert: neun Monate bis zur Wiedereröffnung als Wohnhaus mit kleinem Café im Erdgeschoss. Die erste Überraschung kam nach drei Wochen: Beim Abnehmen der Wandvertäfelung im Erdgeschoss stießen die Handwerker auf eine ältere, bislang unbekannte Wandbemalung aus der Zeit um 1820. Ein solcher Fund ist für Denkmalpflege und Restauration Baudenkmäler zugleich Glücksfall und Bremse. Die Behörde ordnete eine Dokumentation und Konservierung an. Der Zeitplan verschob sich um sechs Wochen. Die Kosten stiegen um rund 12 Prozent.

Wie das Atelier mit dem Fund umging

Statt die bemalten Putzflächen zu überarbeiten, wurde ein Schutzkonzept entwickelt: Die historische Schreinerei wurde so restauriert, dass sie die Bemalung rahmenartig einfängt, ohne sie zu verdecken. Für die Parkett Restauration bedeutete das, dass die Dielen im angrenzenden Bereich in gleicher Handarbeitstechnik nachgebaut werden mussten, um einen optischen Bruch zu vermeiden. Insgesamt wurden 340 Quadratmeter Parkett restauriert oder neu aufgebaut, 24 Fensterflügel aufgearbeitet, 6 Innentüren rekonstruiert und 18 laufende Meter Einbauschränke gefertigt. Alles in der eigenen Werkstatt, mit historischen Profilmessern und löslichen Leimen.

Die Hindernisse: Behörden, Lieferketten, Winter

  • Behördliche Auflagen: Jede Änderung an der Originalsubstanz musste vorab abgestimmt werden. Das verzögerte die Ausführung um durchschnittlich zwei Wochen pro Gewerk.
  • Materialbeschaffung: Historische Eichenbohlen in ausreichender Breite und Trockenheit waren nicht kurzfristig verfügbar. Die Lösung: Lagerware aus einem aufgelösten Sägewerk in Österreich, die über sechs Wochen akklimatisiert wurde.
  • Witterung: Der Winter verzögerte die Arbeiten an den Außenfenstern. Die Werkstatt verlagerte die Tätigkeiten nach innen und arbeitete an den Einbauschränken und der Parkett Restauration weiter.
  • Kostenkontrolle: Ein Puffer von 15 Prozent war eingeplant; tatsächlich wurden 13 Prozent Mehrkosten gegenüber dem ursprünglichen Angebot abgerechnet, davon der Großteil für die unvorhergesehene Wandbemalung.

Die messbaren Ergebnisse

Nach achtzehn Monaten, im September des Folgejahres, war das Haus fertig. Die Eigentümer berichteten uns von folgenden Zahlen: Die Förderung durch das Denkmalschutzprogramm deckte 28 Prozent der Gesamtkosten. Der Wiederverkaufswert des Hauses wurde von einem Sachverständigen auf das 1,7-Fache des Zustands vor der Sanierung geschätzt. Die Energieeffizienz verbesserte sich durch die restaurierten Fenster und die neue Dämmung im Dach um etwa 22 Prozent. Und nicht zuletzt: Das Café im Erdgeschoss zog innerhalb der ersten sechs Monate durchschnittlich 40 Gäste pro Tag an – ein Effekt, den die Kommune als Belebung der Ortsmitte ausdrücklich begrüßte.

Was andere daraus lernen können

Wer in einer Kommune mit Denkmalbestand plant, sollte drei Dinge früh klären: Erstens, ob die geplante Maßnahme förderfähig ist – das entscheidet oft über die Wirtschaftlichkeit. Zweitens, ob der ausführende Betrieb nachweislich Erfahrung mit historischer Schreinerei und Parkett Restauration hat. Drittens, ob ein Puffer für archäologische oder bauhistorische Funde eingeplant ist. In diesem Fall hat sich die Entscheidung für einen spezialisierten Betrieb ausgezahlt. Wer mehr über die handwerklichen Grundsätze erfahren möchte, findet auf der Seite des Anbieters eine Übersicht zu Methoden der Denkmalpflege und historischen Schreinerei.

Für uns als Beteiligungsplattform ist der Fall ein Lehrstück: Bürgerbeteiligung und lokale Demokratie enden nicht an der eigenen Haustür. Wenn private Eigentümer und Kommunen bei Denkmalpflege an einem Strang ziehen, entstehen Lösungen, die sowohl die Substanz erhalten als auch den Ort beleben. Der Fall zeigt aber auch, wie wichtig transparente Kosten- und Zeitpläne sind – denn nichts frustriert Anwohner mehr als eine Baustelle, die sich über Jahre zieht. Das Schornböck Atelier hat in diesem Projekt mit 340 Quadratmetern Parkett und 24 Fensterflügeln bewiesen, dass Handarbeit und Termintreue kein Widerspruch sein müssen. Vielleicht braucht es mehr solcher Beispiele, damit Denkmalpflege nicht als Last, sondern als Chance verstanden wird.

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